Kampfsport

Zu diesen Sportarten gehören zum Beispiel Boxen, Judo, Karate, Ringen und Taekwondo.

Charakteristisch für Kampfsportarten ist, dass gleichermaßen Schnellkraft, Kraft und Ausdauer trainiert werden. Während des Wettkampfes typisch sind extrem hohe intervallartige Belastungsspitzen, so dass die Energiegewinnung ohne Sauerstoff erfolgt.

Energie wird aus den Phosphatverbindungen sowie über den Abbau des Glykogens zur Milchsäure gewonnen. Ein komplettes Auffüllen der Glykogenspeicher durch eine kohlenhydratreiche Ernährung ist nicht notwendig, da dies ein aufgrund der gleichzeitigen Wassereinlagerung erhöhtes Körpergewicht bedeuten würde. Da die Wettkämpfe im Kampfsport meist nur wenige Minuten andauern, können selbst wenig gefüllte Glykogenspeicher ausreichend Energie nachliefern.Dieses Ernährungsprinzip ist jedoch bei den Kampfsportarten noch nicht genug bekannt, da man sich zu sehr auf eiweißreiche Kraftkost konzentriert hat.

Hinzu kommt, dass in diesen Sportarten häufig zur Verbesserung der Wettkampfchancen „Gewicht gemacht" wird, um in der nächstniedrigeren Gewichtsklasse starten zu können. Nicht selten wird versucht, innerhalb weniger Tage mehrere Kilogramm an Körpergewicht zu verlieren. Dabei wird überwiegend Wasser ausgeschwitzt (Abkochen). Der Wasserentzug (Dehydration) wird durch eingeschränkte Flüssigkeitsaufnahme, kombiniert mit Saunagängen, Training in warmer Trainingsbekleidung, Nulldiät und Einnahme von Diuretika und Abführmitteln erreicht. Die Folgen sind Bluteindickung, eine noch schlechter durchblutete Muskulatur und eine unökonomische Herzarbeit. Der hervorgerufene Mineralstoffverlust, insbesondere an Kalium und Magnesium, beeinträchtigt Nerven- und Muskelerregbarkeit. Muskelkrämpfe und Herzrhythmus-Störungen treten vermehrt auf.

Bei Ringern verbleiben bei nationalen Wettkämpfen zwischen Wiegen und Wettkampf maximal 1 Stunde. Dieser Zeitraum ist zu gering, um die Defizite vollständig auszugleichen. Neben der notwendigen Flüssigkeitszufuhr in Form von Fruchtsäften (Johannisbeer- oder Orangensaft), verdünnt mit magnesiumreichem Mineralwasser im Verhältnis 2:1, sind Mineralgetränke und Zwieback empfehlenswert. Generell sollte eher mit Hungergefühl als mit vollem Magen auf die Matte gegangen werden.

Bei internationalen Wettkämpfen verstreichen zwischen Wiegen und Wettkampf 3-4 Stunden. Hier kann ein Teilausgleich der Defizite angestrebt werden. Empfehlenswerte Lebensmittel sind Fruchtsaft (Johannisbeer- oder Orangensaft) verdünnt mit magnesiumreichem Mineralwasser, Mineralgetränke, Toast, Bananen, Trockenfrüchte, Milchreis. Es ist darauf zu achten, dass die Lebensmittel leicht verdaulich sind und möglichst wenig Fett enthalten.

Ein Ausprobieren im Training ist unbedingt notwendig, da Aufregung und Nervosität vor dem Wettkampf die Verdauung und die Verdauungszeit negativ beeinflussen können.

Generelles Ziel in jeder Kampfsportart sollte es sein, ein optimales Gewicht-Kraft-Verhältnis zu erreichen. Dabei muss häufig überflüssiges Fett abgebaut werden, nicht aber antrainierte Muskelmasse. Hier kann eine ausgewogene Reduktionsdiät kombiniert mit Ausdauersport in der Saisonvorbereitung den Grundstock für einen erfolgreichen Saisonverlauf legen. In dieser Phase sollte sich der Sportler nicht nur mindestens zweimal wöchentlich wiegen, sondern auch den Körperdepotfettanteil regelmäßig kontrollieren, so dass vor Saisonbeginn rechtzeitig mit dem Abnehmen begonnen werden kann.

Über das Gewichtmachen in letzter Minute sollte auf keinen Fall mehr als 2-3 kg, bei Jugendlichen maximal 1 kg verloren werden.