Calcium

Calcium

Calcium stellt mit 2 Prozent der Körpermasse den quantitativ wichtigsten Mineralstoff dar. Als zweiwertiges positiv geladenes Ion steht es in enger Beziehung zu Magnesium. Calcium wird für eine Vielzahl von Funktionen im Körper benötigt. Zu den Hauptaufgaben des Calciums gehören der Aufbau und die Festigung der Knochen-struktur. Hierfür werden rund 99 Prozent des im Körper vorhandenen Calciums (rund 1 kg) verwendet. Rund 1 Prozent des Körpercalciums wird in gelöster Form für die Stabilisierung von Zellmembranen, die intrazelluläre Signalübermittlung, die Blutgerinnung sowie die Reizübertragung im Nerven- und Muskelsystem benötigt. Da diese Aufgaben für die akute Lebensfunktionen wichtiger sind als die reine Stützfunktion des Knochens, greift der Körper im Calciummangel auf seine "Reserve" zurück, den Knochen.

Eine langanhaltenden Calciumunterversorgung erhöht das Risiko von Osteoporose (Knochenbrüchigkeit). Allein in Deutschland leiden über 4 Millionen Menschen an Osteoporose. Wesentlich für die Ver-hütung von Osteoporose ist eine ausreichende Calciumaufnahme, insbesondere in der Phase des Knochenaufbaus bis zum 25. - 35. Lebensjahr.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) e.V., Frankfurt, und die Europäische RDA (Recommended dietary allowances), empfeh-len übereinstimmend Erwachsenen eine tägliche Calciumzufuhr mit Lebensmitteln in Höhe von 800 - 1.200 mg bzw. von 90-100 mg Calcium pro Megajoule (1 kJ = 4,18 kcal).

Bei den Zufuhrempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) e.V., Frankfurt, und bei den Europäischen RDA-Empfehlungen, wird von einer Calciumresorption von rund 35 Prozent ausgegangen, d.h., bei üblicher Ernährung wird rund ein Drittel des mit Lebensmitteln und Getränken aufgenommenem Calciums vom Körper verwertet.

Die Calciumresorption und -absorption kann von Nahrungsbestandteilen wie Phytat, Oxalat oder bestimmten Ballaststoffen wie Galac-turonsäure und Cellulose gehemmt werden. Auch Fett und Phosphor absorbieren Calcium und verringern dadurch die Calciumaufnahme. So enthält dunkelgrünes Gemüse wie beispielsweise Spinat viel Calcium. Dieses ist jedoch vom Körper nur sehr schlecht verwertbar.

Die Resorption und Absorption von Calcium fördern Vitamin D, Laktose (Milchzucker) und Protein.

Calcium aus Mineralwasser ist vom Körper gut verwertbar.

Große Menge von Kaffee und Alkohol führen zu einer verstärkten Calciumausscheidung.

Sportliche Aktivität erhöht die Calciumverluste über den Schweiß und somit den Calciumbedarf. Der durchschnittliche Gehalt des Ganzkörperschweißes an Calcium beträgt rund 40 mg Calcium pro

Liter. Die Höhe des Calciumverlustes durch den Schweiß kann bis zu 25 bis 30 Prozent der gesamten Calciumausscheidung betragen.

Mittels eines spezifischen Proteincarriers, dessen Bildung durch Vitamin D bzw. Vitamin-D-Metaboliten induziert wird, erfolgt der aktive Ca2+-Transport durch die Darmwand. Im Vitamin D Mangel kann Ca2+ nicht aktiv durch die Darmschleimhaut transportiert werden.

Die derzeitige Calciumversorgung wird im aktuellen Ernährungs-bericht 1996, der von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) e.V., im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit und des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten herausgegeben wurde, als unzureichend eingestuft. Im aktuellen Ernährungsbericht heißt es wörtlich:

"Unter den Mineralstoffen ist Calcium ein kritischer Nährstoff. Die mittlere Zufuhr, bezogen auf die Empfehlungen der DGE, ist in allen Altersgruppen von Männern und Frauen bis zum 50. Lebensjahr zu niedrig. Eine den Empfehlungen entsprechende Zufuhr ist dringend erforderlich... . Nur 25 % der Frauen haben also eine Calciumzufuhr, die höher ist als 83 % der empfohlenen Zufuhr."

Von den 103 Elementen des Periodensystems sind 25 für den Menschen essentiell. Fünf dieser Elemente (Wasserstoff, Sauerstoff, Kohlenstoff, Schwefel und Stickstoff) machen zusammen 96 Prozent der Körpermasse aus. Die verbleibenden 20 Elemente teilen sich 4 Prozent der Körpermasse. Zu den wichtigsten Vertretern gehören die Mineralstoffe Calcium und Magnesium. Ihre Bedeutung liegt somit nicht nur im quantitativen sondern auch im qualitativen Bereich.